Kunst & Kultur Nachrichten

Wahrzeichen des Ruhrgebiets: „Horizontobservatorium“ auf der Halde Hoheward in Herten

Horizontastronomie im nördlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Das „Horizontobservatorium“ auf der Halde Hoheward in Herten ist besonderes Wahrzeichen des Ruhrgebiets, welches schon aus kilometerweiter Entfernung zu sehen ist.

Die Halde Hoheward ist eine Bergehalde-Landschaft, die aus der Aufschüttung des Gesteinmaterials verschiedener Zechen entstand. Sie befindet sich in DER Zechenlandschaft Deutschlands, dem Ruhrgebiet, und gehört zur Stadt Herten. Die Höhe der Aufschüttung dieser Halde beträgt mittlerweile etwas über 150 Meter über Normalnull. Bis 2012 sind auf Teilen der Halde weitere Aufschüttungen geplant.

Herten galt zu Zeiten der Kohleförderung als größte Stadt mit Zechenbetrieb, gemessen an ihrer Förderung, welche teils bis zu 36.000 Tonnen pro Tag erbrachte. Noch bis vor vier Jahren war in Herten ein Bergwerk aktiv, welches dann, als letztes, nach mehr als 100-jähriger Tradition im Jahr 2008 ebenfalls geschlossen wurde.

Das Gelände der Halde Hoheward ist für die Öffentlichkeit zur Besichtigung frei gegeben und es gibt einen ausgewiesenen Rundweg über das Terrain, welcher rund sechs km lang ist. Im Zuge verschiedener Kulturinitiativen dieser Region wurde die Halde in verschiedene Tourismus-Programme mit hineingenommen, beispielsweise ist das Gelände im Rahmen der Streckenführung der "Route der Industriekultur" zu besichtigen, die einen an verschiedenste Stellen des ehemaligen Zechen- und Tageabbaus im Ruhrgebiet führt. Außerdem gehört die Halde Hoheward zum Landschaftspark Hoheward, einer Initiative zur schrittweisen Renaturierung dieser ehemaligen Industrielandschaft.

Auf einem Plateau der Halde Hoheward wurde 2008 ein sogenanntes "Horizontobservatorium" eingerichtet. Es ist mit seinen auffälligen bogenartigen Konstruktionen, die einen Radius von rund 50 Metern aufweisen, schon aus einiger Entfernung gut zu erkennen und will mit seiner unverwechselbaren Architektur an die Bauten der Steinkreise - beispielsweise die von Stonehenge - anknüpfen.

Beobachtet werden im Observatorium wichtige Standpunkte der Sonne zu verschiedenen Zeiten im Jahr; ganz ähnlich wie bei den eben genannten prähistorischen Stätten, aber auch die Beobachtung der Mondphasen bildet einen zentralen Forschungsaspekt. Besonders von Bedeutung sind dabei die Daten des Jahreszeitenwechsels, also Sommer- und Wintersonnenwende, sowie die Feststellung der Vollmonde im Jahr; anhand derer bis heute noch einige Feiertage im Jahresverlauf festgelegt werden.

Auf einem weiteren Plateau des Geländes wird mit Hilfe einer Horizontalsonnenuhr, die mittels eines circa neun Meter hohen Obelisken funktioniert, die genaue Ortszeit sowie das Datum ermittelt. Die Größe dieser Sonnenuhr beläuft sich in der Fläche auf gut 3000 Quadratmeter, was einen guten Einblick über die gesamte Größe und Weitläufigkeit dieses Geländes generell und des Observatoriums an sich wiedergibt.

Geplant ist ein noch weitergehender Ausbau des Observatoriums mit verschiedenen sogenannten "Balkenpromenaden" und "Himmelsstiegen", die eine komplette Besichtigung des Geländes zu Fuß erlauben. Abgesehen davon sollen aus den verschiedenen umliegenden Stadtteilen zwölf Zugänge zum Observatorium, allegorisch zu den Ziffern eines Uhrenziffernblattes, gestaltet werden.

Ein besonderes Highlight, gerade für den Besuch des Horizontobservatoriums mit Kindern, dürfte der Zugang zum Observatorium über die Drachenbrücke sein, welche die Cranger Straße überspannt. Die Brücke selbst erinnert an ein Drachenskelett, über das man hinwegläuft, während sich über einem der feuerrote Kopf des Drachens erhebt und auf die Fußgänger hinunterblickt. Diese Brücke verbindet das Gelände der Halde Hohward mit dem Stadtteil "Dreieckssiedlung" von Hochlarmark.

Wer sich direkt von zu Hause aus einen Eindruck über das Observatorium verschaffen möchte, dem ist folgender Link sehr zu empfehlen:

http://www.airglow.de/html/animation/horizontobs.html - bietet dieser doch eine frei bewegliche Animation des Observatoriums vom eigenen PC aus. Des Weiteren lassen sich über diesen Link auch einzigartige Fotos des Observatoriums, beispielsweise im Mondlicht oder bei untergehender Sonne, anschauen.

Relevante Links:

- Wikipedia-Artikel
- Video über die Halde Hoheward (2010) bei Youtube
- route-industriekultur.de : Panoramen Landschaftspark Hoheward


Auf der "Route der Industriekultur" gehört der Landschaftspark Hoheward zu einem der "Panoramen der Industrielandschaft"

Weitere Artikel - Wahrzeichen des Ruhrgebiets - bei MenschKunst:

- Tetraeder in Bottrop
- Nordsternpark in Gelsenkirchen
- Dortmunder U
- ´Tiger & Turtle - Magic Mountain´ - Landmarke Angerpark Duisburg




Textbeitrag: Julia Buch - Foto: Michael Koschinski - Infosymbol Panoramen der Route der Industriekultur: NatiSythen



[ weitere Artikel bei MenschKunst ]

Zufällige Objekte bei MenschKunst®: Einfach auf ein Bild klicken um direkt zur Großansicht bzw. zum Künstler zu gelangen.