Kunst & Kultur Nachrichten

Wahrzeichen des Ruhrgebiets: Nordsternpark in Gelsenkirchen

Zum Abschluss des Kulturhauptstadt-Jahres Ruhr.2010 ist im Dezember 2010 im Gelsenkirchener Nordsternpark eine 18 Meter hohe und 23 Tonnen schwere Monumentalfigur, die „Herkules-Statue“ des Bildhauers Markus Lüpertz, mit viel Tamtam eingeweiht worden. Auf dem Nordsternturm Schacht 2 in Gelsenkirchen-Horst thront er nun in gut 100 Meter Höhe, der Koloss, der mit seinen Proportionen, den blauen Bart und blauen Haaren, eher wie eine „Herkules-Zwerg-Statue“ daherkommt.

Dies obwohl die Statue neben dem Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald und der Bavaria in München eine der größten öffentlichen Skulpturen in Deutschland darstellt. In wie weit das Gesamtbild – Nordsternpark mit seiner „Herkules-Statue“ - Potenzial hat, einer der Wahrzeichen des Ruhrgebiets zu werden, wird sich zeigen. Zumindest aber sorgte die Installation der Statue für Publicity, auch weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus.

Aber der Nordsternpark, nach der Stilllegung der Zeche im Jahr 1993 grundsaniert und zum Anlass der Bundesgartenschau (1997) in einem Landschaftspark umgewandelt wurde, hat noch viel mehr zu bieten:

Ein kultureller Ausflug in den Nordsternpark

Wer im Ruhrgebiet etwas erleben will, sollte es sich nicht nehmen lassen, eine Veranstaltung im Nordsternpark in Gelsenkirchen zu besuchen. Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten, einmal zu entspannen, die Seele baumeln zu lassen und dabei den Alltag zu vergessen. Und dies mit kulturellen Hochgenuss. So zum Beispiel im Amphietheater. Wer auch immer ein Konzert besuchen möchte, kann sich an dieser Stätte sicher sein, dass es richtig in Szene gesetzt wird. Die Freilichtbühne im Landschaftspark bietet dafür das perfekte Ambiente. Oder man kann auch faszinierende Theaterstücke und atemberaubende Shows erleben. Es ist also gerade im Sommer für jeden kulturell interessierten ein Muss. Es liegt direkt am Rhein-Herne Kanal und wurde so konzipiert das man als einer von über 6.000 Besuchern auf eine Bühne sieht, die sich mitten auf dem Wasser befindet. Und man hat das Gefühl, das sie auf dem Kanal zu schwimmen scheint. So ziehen im Hintergrund noch immer leise die Schiffe vorbei... ein unvergesslicher Anblick.

"Über sieben Brücken musst du gehen..."
Diesem Motto verschrieben haben sich auch die Architekten des Landschaftsparks. Sie ragen plastisch aus der Gesamtfläche heraus und setzen damit besondere Akzente. Sie dienen neben ihrer Funktion als Brücken aufgrund der Art ihrer Konstruktion auch als Orientierungs- und Anziehungspunkte. Es gibt hier 3 Bogenbrücken mit roten Stahlrohren, die teilweise eine Spannweite von über einhundert Metern haben. Daneben gibt es zwei sogenannte Fachwerkbrücken, die den Kohlebunker und die Kohlemischanlage verbunden hatten. Zuletzt gibt es natürlich auf dem Gelände auch Stege.

Vom Steg West hat man einen wunderschönen Blick in die "Gärten der Stadt", die zu Zeiten der BUGA in den Neunzigerjahren und im Stil der Stahlfachwerkarchitektur angelegt wurden. Sie sind mit Sicherheit für jeden Besucher ein Muss. Für einen Besucher der Landschaftsparks lohnt es sich auch, den bekannten Fahnenwald sich anzusehen. Der Ideengeber für den Fahnenwald hat die geflaggte Fahnenstange ( Achtung Kunstinteressierte) formal stilisiert und sie zugleich im üblichen Sinne entfunktionalisiert. Der Wald dokumentiert weder Besitzansprüche noch dient er der Repräsentation wie es Flaggen sonst tun. Beinahe spielerisch unambitioniert erstarren die himmelfarbigen Fahnentücher aus Metall im Wind.

Ein wesentliches Highlight für jeden jungen Kunstschaffenden dürfte die Graffitiwand sein.
Graffiti hat sich von seinem Image als bloße "Schmiererei" zu einer modernen Kunstform gemausert und spiegelt in all seinen Facetten das farbige Leben und Energie wieder. Im Nordsternpark kann man sich an einer Wand so richtig mit Graffiti austoben und sich von Gesinnungskollegen inspirieren lassen. Die Graffitiwand ist über 400 m lang, liegt am ehemaligen Kohlehafen der Zeche Nordstern ist damit praktisch eine sich ständig ändernde Leinwand, die ein kunterbuntes Schaufenster der Graffitikunst darstellt. Zudem wurde auch eine "Hall of Fame" geschaffen. Hier lohnt es sich ganz sicher auch für Nichtsprayer einmal, hineinzuschauen. Das Niveau der gestalteten Bilder, das hier dem Betrachter geboten wird, ist sehr beeindruckend. Einfach ein Muss für Graffitikünstler.

Bekannt aus den Medienberichten der jüngeren Vergangenheit dürfte die Herkulesstatue sein, die auf der Spitze des neuen Erschließungsturms installiert wurde. Sie ragt über 100 Meter in die Höhe und soll ein Symbol für die Charaktereigenschaften stehen, derer es bedarf, um große Aufgaben zu meistern: nämlich Mut und Tatkraft. Die Statue soll somit auch für den zu bewältigenden Strukturwandel in der Region aufmerksam machen.
Wer aufmerksam durch den Park schlendert, wird an Laternen oder Zäunen immer wieder einmal Schlösser bemerken. Dies sind die sogenannten Liebesschlösser (unromantisch Vorhängeschlösser), die nach einem alten Brauch von Jungverliebten eben an Brücken, Laternen oder Zäunen angebracht werden, um sich auf diese Weise symbolisch ewige Liebe zu besiegeln. Sie können in den Gärten der Stadt an einem extra aufgestellten Zaunelement bewundert werden. Und man kann sich natürlich dort auch gern selbst verlieben. Wenn das kein Angebot zum Verweilen ist ... .

Wer den Landschaftspark Nordstern besucht, sollte auf keinen Fall einen Abstecher ins Pumpwerk und das Videokunstzentrum versäumen, mit dem sich ein schöner Tag abrunden lässt. Hier lassen sich in regelmäßig wechselnden Abständen Ausstellungen genießen und Inspirationen für den Alltag sammeln. Ein Besuch lohnt sich.


Relevante Links:

- Wikipedia-Artikel
- route-industriekultur.de : Ankerpunkt Nordsternpark


Auf der "Route der Industriekultur" gehört der Nordsternpark Gelsenkirchen als Ankerpunkt zu einem der "Highlights der Industriekultur"



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