Wahrzeichen des Ruhrgebiets: ´Tiger & Turtle - Magic Mountain´ - Landmarke Angerpark Duisburg
Die Landmarke Angerpark ist ein monumentales Kunstprojekt der beiden Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth, deren Kreativität meist Ausdruck in inhäusigen Installationen, skulpturähnlichen Objekten, außenliegenden Großkunstwerken, aber auch in Bild und Video findet.

Dabei ist ihr Entwurf für ein die Landschaft prägendes Kunstprojekt der Sieger eines nationalen Wettbewerbes, der ausgerufen wurde, um der im Jahre 2010 zur Kulturhauptstadt Europas ernannten Stadt Duisburg, ein dazu passendes und diese Ehrung unterstreichendes Kunstwerk zu verschaffen.
Südlich der Stadt Duisburg mit ihrem großen Binnenhafen und ihren alten, meist stillgelegten Fabrik- und Kohleförderungsanlagen zeichnet sich ein zunächst verwirrendes Bild für den ahnungslosen Besucher. Auf einer alten Halde, "Angerpark" genannt, erhebt sich ein 85 Meter hohes, metallisch schimmerndes Konstrukt aus Stahl und Zink, das beim ersten Ansehen Assoziationen zu einer Achterbahn erzeugt. Aber es ist viel weniger eine Achterbahn, als eine stahlgewordene Versinnbildlichung der Geschwindigkeit, wofür eine Achterbahn natürlich steht, die die neuere Entwicklung der Stadt Duisburg und des umliegenden Ruhrgebietes repräsentiert. Auch die Baumaterialien, Zink und Stahl, symbolisieren einen Teil der Geschichte der Stadt, da bis in jüngste Vergangenheit Duisburg einer der führenden Produzenten von Zink war, zudem spiegelt der im Kunstwerk verwandte Stahl die örtliche Präsens von Krupp Mannesmann, einem stahlverarbeitenden Unternehmen, wider und nimmt somit wiederum Bezug auf den Werdegang der Metropole Duisburg, die mit ihren knapp 500.000 Einwohnern die 15. größte Stadt Deutschlands ist.
"Magic Mountain" haben die Künstler den Hügel getauft, auf dem ihr neues Aushängekunstwerk platz gefunden hat, "Heinrich Hildebrand Höhe" nennen die Bürger die mit sattem, kurzgemähtem Gras begrünte Anhöhe. Es ist sozusagen eine im Jahre 2008 vorgenommene Ergänzung des bereits vorhandenen Landschaftbauwerkes Angerpark, das als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung des Ruhrgebietes eingerichtet wurde.
Der komplette Name des Kunstwerkes lautet "Tiger & Turtle – Magic Mountain", womit man vorerst nicht nur einen visuellen, sondern auch einen auditiven Bezug zu einer Achterbahn herzustellen versucht, indem dieser abenteuerliche Name nicht nur die zwei vollkommen unterschiedlichen Tiere, den schnellen Tiger und die langsame Schildkröte, vereint, sondern auch noch auf das rapide Wachstum in Gesellschaft und Kultur der Region anspielt, um gleichzeitig die langsame Behäbigkeit des Naherholungsgebietes Angerpark, das ein Hort und ein Quell der Ruhe für gestresste Städter darstellen soll, zu unterstreichen und hervorzuheben. Des Weiteren sollen "Tiger & Turtle" noch auf einen anderen Fakt hinweisen.
So kann der Besucher dieses Naherholungsgebietes das achterbahnartige Kunstwerk nicht nur von außen bestaunen, sondern auch direkt erleben, denn es ist zugänglich. Die äußere, gewundene Form strahlt eine hohe Dynamik aus, die an die Schnelligkeit eines Tigers erinnert, wohingegen die Besucher, die langsam und beobachtend, vielleicht auch fasziniert und staunend, die geschwungenen Formen jenes Monuments begehen, eher an Schildkröten erinnern.
Durch die relative Höhe, auf der der "Tiger & Turtle – Magic Mountain" errichtet wurde (um es noch einmal zu erwähnen, es sind stolze 85 Meter in sonst eher flachem Terrain), bietet sich einem ein grandioser Blick und eine überwältigende Aussicht auf den Rhein, das Rheintal und Duisburg selbst, wobei sich der Anblick des letzteren, wie so oft bei Städten, nachts am meisten lohnt. Denn auch nachts ist das Bauwerk zugänglich und über dies auch noch mit vielen Scheinwerfern hell angestrahlt und erleuchtet, was abermals seine äußerliche Besonderheit inmitten der alten Industrieanlagen unterstreicht und wiederum ein faszinierendes Bild abgibt, das einen ohne Weiteres ins Staunen versetzen kann.
Errichtet wurde der "Tiger & Turtle – Magic Mountain" aus einer Vielzahl von einzelnen Bauteilen, so verbaute man rund 349 Gitterroste, noch einmal dieselbe Zahl von Querträgern und 698 Pfosten, deshalb war es unbedingt notwendig die fertigen Bauteile, die bereits als stark verkleinertes Modell existierten versteht sich, genau zu nummerieren, denn bereits im bereits erwähnten Modell, bemerkte man die annähernde Einzigartigkeit jedes einzelnen Bauteiles, die es unmöglich gemacht hätte, das Projekt ohne Straffe Organisation zu verwirklichen.
Die eigentliche Konstruktion oder vielmehr die eigentliche Errichtung des Kunstwerkes war aufgrund fleißiger Arbeit nach einigen Wochen getan und so konnte schließlich das letzte Bindeglied, der große Looping, unter Anwesenheit mehrerer Stadtgrößen, eingesetzt und mit dem Rest verschweißt werden. Somit konnte das Kunstwerk planmäßig mitte November, nachdem noch die letzten Arbeiten, wie das Anbringen von Geländern und Gitterrosten, beendet waren, für die Öffentlichkeit freigegeben werden.
Es bleibt also zuletzt zu sagen, dass sich die Künstler nicht nur selbst, sondern auch der Stadt Duisburg, ein Denkmal gesetzt haben, das die positiven Seiten der Zukunftsentwicklung der Region, durch die moderne Versinnbildlichung von Geschwindigkeit, bestens hervorhebt.
Relevante Links:
- http://www.du2010.de/projekte/landmarke-angerpark
- http://de.wikipedia.org/wiki/Angerpark
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Textbeitrag: Rasmus Larsson - Foto: Minou Nowrousian
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