Die schönsten Fotomotive des Ruhrgebiets: Burgen und Schlösser (Teil 1 - Ruinen)
Das Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen ist ein wahres Paradies für Fotofreunde, bietet diese Region doch eine Vielzahl von faszinierenden Fotomotiven. Ganz gleich ob aus den Bereichen Natur, Architektur, (historische) Stadtlandschaften, Sakralbauten, Schauhöhlen usw., im Ruhrgebiet ist alles zahlreich vertreten. Besonders viele ansprechende Motive findet man – fast schon selbstredend – im Ruhrgebiet aus den Bereichen Industrie und Industrieruinen.

Was sicher den meisten Bundesbürgern nicht bewusst ist, dass wir hier in NRW auch mit die höchste Dichte an Burgen, Schlösser und Herrenhäuser in Deutschland haben (sogar mehr als in Bayern) und viele davon auch im Ruhrgebiet zu finden sind.
Immer wieder reizvoll beim Thema Burgen und Schlösser, sind sicherlich die Aufnahmen von deren Ruinen, um zB. Vergangenes im neuen Licht oder aus besonderer Perspektive, der Nachwelt zu zeigen.
Da ich selbst auch sehr von diesem Thema angetan bin, werde ich hier bei MenschKunst nach und nach mal ein paar der Orte für die schönsten Motive vorstellen und fange an mit der Burg (-Ruine) Hardenstein sowie der Ruine Hohensyburg.
Burg Hardenstein (Witten)
Direkt an der Ruhr - bei Witten im Ruhrgebiet - liegt im gleichnamigen Naturschutzgebiet die wunderschöne Ruine der Burg Hardenstein. Die Burg wurde bereits ab 1345 errichtet und ist leider schon ab dem 16. Jahrhundert langsam wieder verfallen. Ursprünglich als Wasserburg angelegt, gab es bis dahin – wie bei solchen Immobilen häufig der Fall – mehrere Bauabschnitte, die der Berg über den Lauf der Jahre ein entsprechend jeweils verändertes Gesicht gab. Der jetzige Zustand, bei dem nur noch rudimentäre Gemäuer und zwei Türme mehr oder minder erhalten sind, besteht in dieser Form seit dem 18. Jahrhundert. Wobei auch hier die lange Zeit, den Zustand der Ruine sicherlich nicht verbessert hat. Im Gegenteil, das Konstrukt ist im Laufe der Zeit natürlich immer weiter baufällig geworden. Denn leider erst seit 1974 gib es entsprechende Bemühungen, die mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Ruine, zumindest in der bestehenden Form auch den kommenden Generationen zu erhalten.
Die Motive, die ich hier zeigen kann, sind alle im November 2009 entstanden. Zu dieser Zeit war auch noch alles halbwegs gut mit der Ruine. Denn schon ein paar Monate später, im Frühjahr 2010, ist eine Weitere der Mauern eingestürzt. Erst jetzt, zwei Jahre später (Frühjahr 2012) wurde mit den Sanierungsarbeiten begonnen, was natürlich sehr zu begrüßen ist, aber den Fotofreund – wegen der Gerüste etc.- zumindest momentan die Freude an dem Motiv schmälert. So bleibt die Hoffnung, dass über den Verein „Burgfreunde Hardenstein e.V.“ genügend Spenden zusammenkommen, dass entsprechende Sanierungen abgeschlossen werden können.
- Link zu Google-Maps
- Burgfreunde Hardenstein e.V.
Hohensyburg Dortmund
Das Plateau in Dortmund welches oberhalb der Flussmündung von Lenne und Ruhr liegt wird als Hohensyburg bezeichnet. Dieser Bereich, der auch unweit des Hengsteysees liegt, zählt auch mit zu den verschiedenen Panoramapunkten (P7) der Route der Industriekultur im Ruhgebiet. Bundesweit ist die Hohensyburg sicherlich eher bekannt durch das gleichnamige Casino Hohensyburg, welches sich in unmittelbarer Nähe befindet. (Sollte man keinen kostenfreien Parkplatz finden, kann man hier tagsüber auch relativ preiswert parken.)
Aber besonders auch als Ausflugsziel beliebt, bietet die Hohensyburg insbesondere auch den Freunden der Fotografie zahlreiche schöne Motive! (Wobei diese natürlich ebenso auch wunderschöne Vorlagen für Zeichnungen und Malereien darstellen.)
Denn zu einem findet man dort die Ruinen von insgesamt drei frühmittelalterlicher Burgen deren Entstehungsgeschichte bis ins frühe 700 n. Chr reichen und zum anderen u.a. auch eine altertümliche Kirche, deren Vorläuferbauwerk ebenfalls in diesem Jahrhundert seine Wurzeln hat. Der auch der jetzige Bau der St. Peter zu Syburg Kirche kann immerhin bis auf Mitte des 12. Jahrhunderts datiert werden und gilt als Dortmunds ältester Sakralbau.
Inmitten einer der der Burgruine befindet sich ein anmutiges Kriegerdenkmal des Bildhauer Friedrich Bagdons, welches um 1930 zu Ehren der gefallen Soldaten des Ersten Weltkriegs errichtet wurde und ein damit auch eine interessante Szenerie darstellt.
Das schöne ist, dass sich alle der hier erwähnten Bauwerke in unmittelbarer Nähe befinden und somit jeweils Fußläufig zu erreichen sind. So auch der Vincketurm. Beim Vincketurm handelt es sich einen achteckigen, neugotischen Aussichtsturm, der es immerhin auf eine Höhe von 26 Meter bringt. (Der Turm wurde 1857 zu Ehren des damaligen Oberpräsidenten Westfalens Ludwig von Vincke (1774 - 1844) errichtet.)
Besonders imposant und ebenfalls ein sehr häufiges und beliebtes Motiv ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, welches zwischen 1893 und 1902 von Adolf von Donndorf erbaut worden ist und die überlebensgroßen Abbilder des Kaisers Wilhelm I. (auf Pferd sitzend) sowie von Otto von Bismarck und Graf von Moltke beinhaltet.



Alles in allem bietet die Hohensyburg wirklich für jeden Fotofreund das passende Motiv und ist auch aus Sicht der Freizeitgestaltung immer wieder ein Besuch wert.
Es gibt natürlich noch einige weitere interessante Burgruinen über die ich in Zukunft hier an dieser Stelle berichten werden. Ebenso natürlich auch über viele weitere Motivmöglichkeiten (in dieser Serie mit Schwerpunkt Ruhrgebiet).
Für alle Fans von Burgen, Schlösser und Herrenhäuser empfehle ich u.a. die Seite Burgen-und-Schloesser.net von Gunter Wielage die eine Datenbank mit über 1.200 Objekten und 30.000 Fotos aufweist.
Textbeitrag und Foto: Michael Koschinski
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